Weiser reisen im Alter

Weiser reisen im Alter

Foto: Bilderbox

Ein Drittel aller Urlaubsreisenden ist älter als 60 Jahre. Seit 1972 ist die Reiseintensität der deutschen Senioren um 80 Prozent angestiegen, hat die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen ermittelt.   

Die breite Palette an Reiseangeboten, gerade in exotische Länder, führt oft zu spontanen Urlauben. Da ältere Menschen länger brauchen, um sich an wechselnde klimatische Verhältnisse zu gewöhnen, ist eine etwas gründlichere Vorbereitung auf die Reise ratsam. Man sollte sich genug Zeit lassen, Informationen über das Reiseland einzuholen: Wie hoch sind die Temperaturen zur Reisezeit am Zielort? Gibt es extreme Tag-Nacht-Unterschiede? Ist gerade Regen- oder Trockenzeit (Insektenschutz)? Patienten mit Bluthochdruck, Kreislaufproblemen oder Diabetes sollten Klimaextreme meiden.  

Wenn Zeitzonen zu überbrücken sind, braucht der Körper einige Tage, bis er sich an die neuen Bedingungen angepasst hat. Deshalb sind ein paar Tage Ruhe nach der Anreise vorteilhaft. Bei Städtereisen gilt: Pflasterlaufen, Besichtigungen und Museumsbesuche ermüden den Körper. Es ist nicht ratsam, die Tage mit zu viel Programm voll zu packen. Ruhephasen sind wichtig, bevor es zur nächsten Sehenswürdigkeit geht.   

Wer in den Urlaub fliegt, kann sich etwa eine Woche vor Reisebeginn bei den Fluggesellschaften erkundigen, wie Medikamente im Handgepäck mitgenommen werden dürfen und wie mit medizinischen Geräten verfahren wird. Viele Airlines stellen an Bord Rollstühle zur Verfügung. Die Betreuung des Reisenden sollte aber eine Begleitperson übernehmen. Diabetiker können von den Fluggesellschaften mit spezieller Diabetikerkost versorgt werden, wenn sie diese vor Abflug anmelden. Generell gilt, dass Personen mit Infektionskrankheiten wie Hepatitis, offener TBC oder Windpocken von Fluggesellschaften nicht befördert werden.   

Impfschutz rechtzeitig überprüfen lassen   

Etwa sechs Wochen vor der Abreise sollte der Impfschutz überprüft werden, im Alter lässt die Immunabwehr häufig nach. Ältere Menschen haben zum Beispiel oft keinen Schutz gegen Diphtherie und Tetanus mehr. Darüber hinaus klärt der Arzt über weitere Impfungen auf, die für das jeweilige Reiseland empfohlen werden. Grundsätzliche Informationen zu notwendigen Reiseimpfungen erhalten Sie kostenlos im Internet unter www.ibera-online.de.    

In jeden Koffer gehört auch eine Reiseapotheke. Bei Flugreisen ist es besser, wichtige Medikamente in das Handgepäck zu stecken. Zur Grundausstattung gehören: Mittel gegen Durchfall und Erbrechen, Verbandsmaterial, ein Fieberthermometer, Schmerzmittel, Insektenschutz und eine Desinfektionssalbe.  

Auch am Urlaubsort sollten ältere Menschen Gesundheitsrisiken meiden, da sie anfälliger für Infektionen sind. Bakterien wachsen gut bei hohen Temperaturen und feuchtem Klima und können sich bei Hitze auf Fleisch, Fisch, Eis, besonders Softeis, Obst und Gemüse besonders stark vermehren. Daher die Regeln: kein rohes Fleisch oder rohen Fisch essen, Gemüse und Obst vor dem Genuss schälen, Eis und Softeis meiden, Getränke nur aus fest verschlossenen Behältern trinken. 

Viele Ältere trinken zu wenig, weil sie Angst haben, bei Bedarf keine Toilette zu finden und auch, weil das Durstgefühl nicht mehr so ausgeprägt ist. Dabei ist es extrem wichtig, ausreichend zu trinken, da der Organismus weniger gespeicherte Flüssigkeitsreserven enthält. 

Wärmestau aufgrund schlechterer Wärmeregulierung   

Beim Sonnenschutz darf es ruhig etwas mehr sein: mehr Schatten nämlich, denn ältere Haut braucht länger, um schützende Pigmente zu bilden. Deshalb ist es notwendig, ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor aufzutragen und sich eher in den späten Nachmittagsstunden in der Sonne aufzuhalten. Da die Blutgefäße nicht mehr so zuverlässig bei der Wärmeregulierung sind, kommt es bei älteren Menschen rascher zu einem Hitzestau. Auch hier helfen Schatten und das Tragen von Sonnenhüten und T-Shirts. Bei der Einnahme bestimmter Medikamente, beispielsweise Antihistaminika, kann es in Kombination mit der Sonneneinstrahlung zu sogenannten photoallergischen Reaktionen kommen. Diese äußern sich in flächigen Hautausschlägen. Auch Sulfonamide, die in einigen harntreibenden Medikamenten oder Antidiabetika enthalten sind, lösen manchmal derartige Reaktionen aus.   

dgk / hs

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