Zuviel Uran in Mineralwässern

- Foto: Bilderbox
Das giftige Schwermetall Uran belastet Trink- und Mineralwasser - in einigen Fällen so stark, dass gesundheitliche Risiken für Säuglinge und Kleinkinder nicht auszuschließen sind. Darauf weist die Verbraucherschutz-Organisation foodwatch hin.
Was deutsche Behörden als kritischen "Leitwert" ansehen, ist laut foodwatch mit einer aktuellen wissenschaftlichen Stellungnahme der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA nicht vereinbar.
Die Verbraucherschützer haben eine Liste mit 825 Uran-Messdaten von 435 Mineralwasser-Marken zusammengetragen. Resultat: Jedes achte Mineralwasser ist zu hoch mit Uran belastet. 104 Messdaten von 55 Marken liegen über 2 µg/l.
Diese Schwelle gilt als gesetzlicher Höchstwert für Wässer, die mit dem Hinweis "geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" beworben werden. Der Bundesrat hatte diesen Höchstwert Ende 2006 nach einer Initiative von foodwatch aus Gründen der Gesundheitsvorsorge durchgesetzt.
Toxizität gefährdet die Nieren
Einen generellen Grenzwert für alle anderen Wässer, die nicht mit einer entsprechenden Formulierung beworben werden, gibt es jedoch nicht. Auch bekannte und verbreitete Marken - so foodwatch - sind zum Teil so stark belastet, dass gesundheitliche Risiken für Babys nach einer Einschätzung von EU-Behörden nicht auszuschließen sind.
Gefährlich ist das Schwermetall Uran weniger wegen seiner Radioaktivität als wegen seiner chemischen Giftigkeit. Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern können hohe Uranbelastungen im Wasser zu einer Schädigung der Nieren führen.
Deutsche Behörden stufen bislang erst Belastungen von 10 µg als kritisch ein. Nun belegt jedoch eine aktuelle wissenschaftliche Analyse der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA: Auch eine deutlich niedrigere Uranbelastung im Wasser ist für Kinder mit Gesundheitsrisiken verbunden.
Unter 2 µg/l unbedenklich
Mit einem Grenzwert von 2 µg je Liter Wasser können Gesundheitsrisiken nach dem Stand der Wissenschaft dagegen ausgeschlossen werden. Immerhin knapp 90 Prozent der von foodwatch zusammengetragenen Messwerte bei Mineralwässern liegen unter dieser Grenze.
Mehr zum Thema:
Tabelle: Uranbelastung von Mineralwässern (PDF; 211 KB)
foodwatch
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