Sport ist in der Schwangerschaft nicht tabu

Nicht alle Frauenärzte befürworten es, wenn ihre schwangeren Patientinnen Sport treiben. Dabei ist grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden, vorausgesetzt, die Schwangere geht nicht an ihre Belastungsgrenzen und entscheidet sich für Sportarten, die für sie und das Baby ungefährlich sind. Wenn Schwangere schon vor der Empfängnis sportlich aktiv waren, sollten sie nicht mit Beginn der Schwangerschaft plötzlich damit aufhören. Der Sport sollte vielmehr dem Fortschritt der Schwangerschaft angepasst werden. Sind in den frühen Monaten durchaus noch Fahrrad fahren, Wandern, Walking, Skilanglauf oder Tanzen geeignet, werden zum Schluss hin eher Schwimmen, Yoga, Gymnastik oder Aquajogging empfohlen. Maßgebend ist immer das körperliche Wohlbefinden. Keinesfalls sollte man sich verausgaben.
In begrenztem Maße kann die Schwangere auch Schnorcheln, Bergwandern, Rudern oder Tischtennis spielen. Nicht zu empfehlen sind Sportarten, bei denen der Fötus erschüttert wird, wie etwa Reiten, Surfen oder alpines Skilaufen oder Mannschaftssportarten wie Handball oder Fußball. Tabu sind alle Extremsportarten.
Vor dem Training sollte immer eine fünfminütige Aufwärm- und Dehnphase stehen, um Verletzungen zu vermeiden. In den kommenden 15 Minuten sollten Herz und Kreislauf auf die Belastung eingestimmt werden. Bei zunehmender Beanspruchung ist es sinnvoll, die Pulsfrequenz zu kontrollieren. Dazu gibt es spezielle Messgeräte, die an das Handgelenk angelegt werden. Das Maximum von 160 Schlägen pro Minute sollte jedoch keinesfalls überschritten werden. Wichtig ist es auch, vor, während und nach dem Training ausreichend zu trinken.
Werden immer wieder Pausen eingelegt und die eigenen Grenzen niedrig gesteckt, ist es praktisch ausgeschlossen, dass das Baby mit Sauerstoff unterversorgt wird. Dabei kann die Schwangere beruhigt auf ihren Körper hören. Stellt sie Anzeichen wie Schmerzen, Schwindel, Blutungen, Frösteln, Kurzatmigkeit oder Wasseransammlungen, sogenannte Ödeme, an Gelenken und Lidern fest, ist das Training abzubrechen und umgehend ein Arzt aufzusuchen.






