Häufiger Sport senkt Alzheimer-Risiko

Häufiger Sport senkt Alzheimer-Risiko

Foto: AOK

Wer häufig Sport treibt, kann nach Experten- Meinung damit das Risiko von Gedächtnisverlust im Alter senken. „Es gibt inzwischen einige Studien, die besagen, dass regelmäßiger Sport das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, verringern kann“, sagte der Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein, Ralf Labinsky, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Kiel.

Auch im Frühstadium der Krankheit könne Sport den Prozess verzögern. „Da bietet sich Nordic Walking einfach an: Die optimale Bewegungsform um fit zu bleiben, die auch bei leichten Gleichgewicht- Störungen möglich ist“, sagte Labinsky. Er ist Referent für ambulante und stationäre Altenhilfe im Diakonischen Werk Schleswig-Holstein.

Etwa eine Million Menschen in Deutschland leiden nach Angaben des Verbands derzeit an einer mittelschwer bis schwer ausgeprägten Form von Demenz, zwei Drittel davon haben Alzheimer. Wegen der zunehmenden Lebenserwartung gehen Experten davon aus, dass sich die Zahl in den nächsten 50 Jahren auf zwei Millionen Kranke verdoppeln wird. Die wachsende gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung der Demenz erfordere dringend mehr Aufklärung bei Betroffenen und Angehörigen.

Einige Risikofaktoren lassen sich auch im Erwachsenenalter noch positiv beeinflussen

„Die Hemmschwelle ist immer noch sehr hoch“, schilderte Labinsky. „Für Betroffene und Angehörige stellt die Erkrankung eine große Belastung dar. Sie durchleben Verzweiflung, Angst, Scham und Wut und fühlen sich häufig allein gelassen mit ihren Problemen.“ Er betonte, wie wichtig es sei, dass diese Menschen die richtigen Ansprechpartner finden und lernen, mit der Situation umzugehen.

Auch Früherkennung spielt eine große Rolle. Denn noch immer würden die meisten Betroffenen erst diagnostiziert, wenn die Symptome massiv auftreten, hieß es. Kenntnisse über das Krankheitsbild machten es leichter, normale Vergesslichkeit von Gedächtnisschwund zu unterscheiden. Einige Risikofaktoren ließen sich auch im Erwachsenenalter noch positiv beeinflussen. Neben Sport habe auch eine ausgewogene Ernährung einen positiven Effekt. Auch müssten Belastungen, die das Problem verschärften wie Bluthochdruck, Herz- Rhythmus-Störungen und Zuckerkrankheit, konsequent behandelt werden.

dpa / fs

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