Ein Viertel der Erwachsenen leidet unter Schwindel

Ein Viertel der Erwachsenen leidet unter Schwindel

Foto: Bilderbox

Ob im Liegen oder im Stehen, beim Einkauf im Supermarkt, am Arbeitsplatz oder während einer Autofahrt - es kann überall passieren: Plötzlich scheint sich alles zu drehen - wie im Karussell. Etwa ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung leidet an Schwindel.

Schwindelattacken sind tückisch. Sie gehen einher mit Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüchen und Herzrasen. "Schwindel ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Empfindungen", erklärt Prof. Dr. Thomas Lempert, Chefarzt der Neurologie der Schlosspark-Klinik in Berlin. "Ihnen gemeinsam ist die verlorene Sicherheit des Gleichgewichts oder der räumlichen Orientierung."

Bei manchen Betroffenen halten die Beschwerden tagelang an, werden mitunter als existentiell bedrohlich empfunden. Was viele nicht wissen: "Schwindel zählt zu den häufigsten Beschwerden überhaupt", sagt Dr. Michael von Brevern, Chefarzt der Neurologie der Berliner Park-Klinik Weißensee. "So ist in Deutschland jedes Jahr etwa ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung davon betroffen."

KKH-Studie zur Fehlversorgung von Schwindelpatienten
Aktuelle Ergebnisse einer Umfrage der KKH belegen die Unter- und Fehlversorgung von Schwindelpatienten:

  • 96% der Betroffenen litten dauerhaft unter Schwindel, meist über zwei Jahre.
     
  • Die Befragten hatten im Schnitt vierzehn Schwindelattacken im Monat.
     
  • Drei Viertel kennen die genaue Ursache für ihre Gesundheitsstörung nicht.
     
  • Mehr als 75% der Patienten suchten mindestens zwei Ärzte verschiedener Fachrichtungen auf.
      

In der Schlosspark-Klinik und der Park-Klinik Weißensee werden KKH-Versicherte seit Jahresbeginn im IGV Modell Schwindel behandelt. Das Besondere bei dieser Form der Integrierten Gesundheitsversorgung ist die vernetzte Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen wie Neurologie, HNO-Medizin, Augenheilkunde, Physio- und Psychotherapie. Gerade bei Schwindel ist das laut Facharzt Lempert unverzichtbar.

Der Erfolg gibt dem Modell recht Experte von Brevern: "Bei 40 bis 80% der Patienten bleibt die Ursache des Schwindels ungeklärt. In speziellen Schwindelambulanzen gelingt es hingegen, bei 90% der Betroffenen die Ursache festzustellen und eine gezielte, wirkungsvolle Therapie einzuleiten." Damit wird die Lebensqualität der Betroffenen erheblich verbessert.

Mehr zum Thema:
KKH-Informationen zum Kooperationsmodell Schwindel



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