Frauen schlafen besser ohne Mann

- Foto: Schaper& Bruemmer
Frauen schlafen ohne ihren Partner weitaus besser. Bei Männern verhält es sich genau umgekehrt: Ihr Schlaf ist ruhiger und erholsamer, wenn sie die Nacht neben ihrer Partnerin verbringen. Das fand ein Forscherteam um den Verhaltensbiologen John Dittami von der Universität Wien heraus. Dazu untersuchten die Wissenschaftler insgesamt zehn heterosexuelle Paare in ihrem Schlafverhalten.
Dabei handelte es sich um junge, unverheiratete und kinderlose Paare zwischen 21 und 31 Jahren. Von den insgesamt 249 beobachteten Nächten wurden 123 alleine verbracht und 126 gemeinsam. In 67 Nächten fand sexueller Kontakt statt. "Sex wirkt sich sowohl bei Frauen als auch bei Männern positiv auf den Schlaf aus", erläutert Dittami.
Schlafempfinden und Schlafqualität
Im Zuge der Paarschlaf-Studie untersuchten die Forscher sowohl das subjektive Schlafempfinden der Testpersonen als auch die objektive Schlafqualität. Ein am Handgelenk getragenes Messgerät lieferte genaue Daten über den Schlaf-/Wachrhythmus. In den meisten Fällen stimmten die Daten des Gerätes mit dem subjektiven Schlafempfinden der TestschläferInnen überein: "Sowohl die subjektive Einschätzung als auch die Daten am Messgerät zeigten uns, dass Frauen in ihrem Schlafverhalten auf die Anwesenheit eines Bettpartners wesentlich sensitiver reagieren als Männer. Diese hingegen schlafen wiederum schlechter ohne Partnerin. Mit Partnerin kam es sogar zu einer wesentlichen Verbesserung objektiver und subjektiver Schlafparameter, wie Nächte ohne Wachphasen oder ein munteres Gefühl in der Früh", erzählt John Dittami.
Schlafstörungen von Frauen evolutionär bedingt?
Warum ist der Schlaf von Frauen derart durch den Partner beeinflussbar? John Dittami vermutet, dass dies evolutionäre Gründe hat: "Die Frau reagiert auf den Mann. Sie ist auf jede Bewegung empfindlich."
Das Ehebett ist evolutionär betrachtet eine ziemlich neue Erfindung. Von Urzeiten an war das Schlafen in Gruppen die Regel. "Die große Ausnahme bildete schon immer die Konstellation Mutter - Kind", sagt Dittami: "Der Mann besitzt diese Empfindlichkeit nicht. Er reagiert auf den Paarschlaf wie auf einen Gruppenschlaf, in dem er sich besonders sicher fühlt."
idw / fs
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