Psychische Erkrankungen weiterhin auf dem Vormarsch

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Deutsche Arbeitnehmer sind wieder häufiger und länger krank. Das berichtet die BKK in ihrem Gesundheitsreport 2008. Dabei sind psychische Erkrankungen weiterhin auf dem Vormarsch.
Im gesamten Jahr 2007 fehlten die Arbeitnehmer krankheitsbedingt an 12,8 Tagen. Über das gesamte Jahr 2007 betrug der Krankenstand 3,5 Prozent und lag damit leicht über dem Vorjahreswert (0,1 Prozent).
Die seit Jahren kontinuierliche Zunahme psychischen Störungen setzt sich auch 2007 fort: Sie verursachen 9,3 Prozent aller Krankheitstage der Beschäftigten. Bezieht man die Daten der Arbeitslosen ein, sind es sogar über 10 Prozent. Das ist der bislang höchste Anteil in der über 30-jährigen BKK-Krankheitsberichterstattung. 1976 lag der Anteil der psychischen Krankheiten bei nur zwei Prozent aller Ausfalltage. Inzwischen geht ein Zehntel des Krankenstandes darauf zurück. Bei Frauen ist jeder achte Krankentag auf psychische Leiden zurückzuführen.
Frauen depressiv, Männer süchtig
Zur Gruppe psychischer Erkrankungen gehören höchst unterschiedliche Krankheitsbilder. Am häufigsten treten neurotische Störungen (wie Angststörungen oder Reaktionen auf schwere Belastungen) auf, gefolgt von affektiven Störungen (meist Depressionen) und Suchterkrankungen.
Bei Frauen sind Depressionen doppelt so häufig auf wie bei Männern. Allerdings weisen die Männer eine dreifach höhere Quote an Suchterkrankungen auf, meist in Verbindung mit Alkohol. Männer werden wegen Alkohol- und anderen Suchtkrankheiten zweieinhalbmal so häufig stationär behandelt, wie Frauen.
Arbeitslose weisen die steilsten Steigerungsraten bei psychischen Krankheiten auf: Sie haben im Vergleich zu den Beschäftigten fast viermal so lange Krankheitszeiten durch seelische Leiden. In den letzten drei Jahren verdoppelten sich ihre psychisch verursachten Krankheitstage.
Psychopharmaka-Verordnungen verdoppelt
Hintergrund
Der BKK Bundesverband erfasst und analysiert die gesundheitlichen Befunde von jedem vierten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland. Im Jahr 2007 waren dies 6,5 Millionen von 26,8 Millionen GKV-Versicherten. Der "BKK Gesundheitsreport 2008" bildet damit laut BKK-Angaben ein repräsentatives Bild des Krankheitsgeschehens in der Arbeitswelt.
Allein in den letzten drei Jahren haben sich die Verordnungen von Psychopharmaka für Beschäftigten wie Arbeitslose etwa verdoppelt. Rund neun Prozent der Frauen wurden Psychopharmaka verschrieben - zum größten Teil (70 Prozent) Antidepressiva -, doppelt so häufig wie Männern.
Arbeitslosen wurden besonders viele Antidepressiva verordnet: 14 Prozent der erwerbslosen Frauen und 9 Prozent der Männer bekamen ein oder mehrmals ein Antidepressivum. Die Verordnungsmenge für die Gruppe der Arbeitslosen hat sich in den letzten drei Jahren mehr als verdoppelt. Neben den Antidepressiva gehören Angst lösende sowie beruhigende Mittel (auch für die Behandlung von Schlafstörungen), und Antipsychotika zur Gruppe der Psychopharmaka.
Mehr zum Thema:
Der BKK Gesundheitsreport 2008
Arbeitsunfähigkeit 2007 nach Branchen und Berufen
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