Parodontitis und Herzinfarkt mit gemeinsamen genetischen Wurzeln

Parodontitis und Herzinfarkt mit gemeinsamen genetischen Wurzeln

Foto: DAK / Wigger

Kieler Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Parodontitis und Herzinfarkte auf dieselben Veränderungen im Erbgut zurückgehen können.

Dass beide Krankheiten zusammenhängen, wurde schon vor Jahren entdeckt. Nun untersuchten die Forscher bei Patienten mit aggressiver Parodontitis Genveränderungen auf Chromosom 9. Die gefundene genetische Variante sei identisch mit derjenigen von Patienten, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, berichtete Arne Schäfer vom Institut für Klinische Molekularbiologie der Universität Kiel auf der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Humangenetik in Wien.

"Wir haben die aggressive Form der Parodontitis untersucht, eine in sehr jungem Alter einsetzende, sehr heftig verlaufende, entzündliche Krankheitsform der Parodontose", erklärte Schäfer in einer Mitteilung seiner Universität. Zwischen dieser Erkrankung und dem Herzinfarkt seien kausale Zusammenhänge anzunehmen. Wegen der Verbindung zum Herzinfarkt "sollte die Parodontitis von Zahnärzten sehr ernst genommen, frühzeitig diagnostiziert und so bald wie möglich behandelt werden."

Herzinfarkt und Parodontitis sind durch identische Risikofaktoren beeinflusst: Sie entstehen vor allem durch Rauchen, Diabetes und Übergewicht. Etwa neun von zehn Menschen im Alter von mehr als 60 Jahren leiden unter Parodontitis.



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