Thermal-Wasser macht gesund
„Sanus per aquam“ sagten sich bereits die Römer vor über 2.000 Jahren und errichteten imposante öffentliche Badehäuser zur Entspannung, Regeneration und Heilzwecken. Das Wissen um die wohltuende und heilsame Wirkung der Mineralquellen hat sich erhalten und erlebt heute eine bemerkenswerte Renaissance.
Wasser bringt Nährstoffe in jede Zelle des Körpers und führt Abfallstoffe wieder ab. Auch der Anteil der im Wasser aufgelösten Mineralstoffe und Spurenelemente macht es für den menschlichen Körper so wertvoll. Jedes gelöste Mineral, jedes Spurenelement besitzt eine besondere Wirkung. Nicht nur in getrunkener Form, auch über die Haut als größtes Organ des Menschen wird Wasser aufgenommen und für den Stoffwechsel genutzt. Schon der griechische Arzt und Philosoph Hippokrates riet zu Thermalbädern und lobte in seinem Traktat „Über den Gebrauch der Flüssigkeiten“ die Heilkräfte der Mineralwässer und der heißen Quellen.
Therapeutische Wirkung wissenschaftlich belegt
Die natürlichen Heilkräfte sind auch nach neuesten Studien zweifelsfrei belegt, wobei längst nicht alle Wirkungsweisen erforscht sind. Jede Thermal- und Heilquelle ist in ihrer Zusammensetzung ein Original. Mineral-Thermalbäder werden überwiegend von Quellwasser aus großen Tiefen gespeist. Bäder in warmem Mineral-Thermalwasser wirken beruhigend und ausgleichend auf den gesamten Organismus. Während des Badens wärmt der Körper sich auf. Blutgefäße erweitern sich, der Blutdruck sinkt, Herzschlag und Stoffwechsel nehmen zu, die Sauerstoffaufnahme erhöht sich. Zwischen Körper und Wasser findet ein reger Austausch von Mineralstoffen und Spurenelementen über die Haut statt.
Nach aktuellem Stand des Wissens wirken vier verschiedene Komponenten auf den Körper ein:
- mechanische (Auftrieb, Reibungswiderstand, hydrostatischer Druck, die unter anderem bewirken, dass Gymnastik im Wasser leichter fällt, da der Mensch im Wasser weniger als 10 Prozent seines Körpergewichtes trägt),
- thermische (Wärmewirkung),
- chemische und
- unspezifische Reizwirkungen (Umstellungs-/Reiztherapie).
Auch Thermalwasser ist ursprünglich einmal Niederschlagswasser gewesen. Über viele Jahrhunderte versickerte es in der Erde, drang durch Gesteinsschichten und erwärmte sich durch die Nähe zum heißen Erdkern. Neben der Mineralisierung nimmt mit der Tiefe auch die Temperatur zu. Auf dem Weg in die Tiefen reichert es sich mit Mineralien und Spurenelementen an, oder es löst die tief im Innern der Gesteinsschichten eingeschlossenen Salzablagerungen des Urmeeres auf und bildet Sole. Auch Kalkgestein und Gipslager spielen für die Mineralstoffanreicherung eine Rolle.
ms
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S. Wiegand
HINTERGRUND
Wasser ist nicht gleich Wasser
Quellwasser ...
... stammt aus unterirdischen Wasserreservoirs, kann aber muss im Gegensatz zu Mineralwasser keinen Mindestgehalt an bestimmten Mineralstoffen und Spurenelementen aufweisen. Im Gegensatz zu Thermalquellwasser muss es nicht aus einer heißen Quelle gewonnen werden. Es entstammt ebenfalls überwiegend aus großen Tiefen, benötigt aber dem Ursprung nach keine amtliche Anerkennung. Kommerziell genutztes Quellwasser, zum Beispiel im freien Verkauf oder zur direkten Einspeisung in die öffentliche Wasserversorgung, muss den gesetzlichen Zulassungskriterien entsprechen.
Natürliches Heilwasser ...
...stammt wie Mineralwasser aus tiefen, vor Verunreinigung geschützten unterirdischen Schichten, was es so besonders wertvoll für unseren Organismus macht, hat aber für die Anerkennung als Heilwasser noch einen langen Weg vor sich. In seiner Wirkungsweise kann Heilwasser natürliche, körpereigene Kräfte aktivieren, Stoffwechsel- und Organfunktionen stärken. Anerkanntes natürliches Heilwasser muss für die natürlichen Inhaltsstoffe eine gesundheitsfördernde Wirkung nachweisen und attestieren. Der gesetzliche Leitsatz setzt für anerkannte natürliche Heilwasser voraus, dass sie Krankheiten vorbeugen, sie lindern oder heilen – in durch Erfahrung überlieferter, bewährter, wissenschaftlich anerkannter Weise und durch ständige Qualitätskontrollen. Medizinisch besonders bedeutsame Ionen wie zum Beispiel Eisen, Jod, Fluorid und Kohlensäure werden in Heilwasseranalysen dokumentiert. Ursprünglich und rein wird es mit seinen wertvollen Mineralstoffen direkt am Quellort für Trinkzwecke abgefüllt oder für Heil-Badezwecke weiter geleitet.
Natürliches Mineralwasser ...
... bezeichnet ursprünglich reines Quellwasser, das beim Fließen durch die Gesteine (insbesondere Karbonat- und Salzgesteine) Minerale aufgelöst und einen Teil ihrer Bestandteile in löslicher Form (als Anionen/Kationen) aufgenommen hat. Es enthält demzufolge mehr anorganische Bestandteile als See- oder Leitungswasser. Anerkanntes natürliches Mineralwasser muss einen Mindestgehalt an gelösten Mineralstoffen und Spurenelementen aufweisen. Ein Liter muss mindestens 1.000 mg (1g/kg) gelöste Mineralstoffe oder spezielle biologisch aktive Wirkstoffe enthalten.
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