Schnelligkeit jetzt besser auf Eis legen

Schnelligkeit jetzt besser auf Eis legen

Foto: Bilderbox

Sind Sie auch süchtig? Drängt es Sie danach, zu laufen und immer weiter zu laufen? Gut, Bewegung hält ja bekanntlich Herz und Kreislauf in Schuss. Wer seiner Jogging-Leidenschaft allerdings auch im Winter frönen will, sollte sich der Witterung anpassen.

Hobbyjogger lassen sich im Winter gern von ihrem inneren Schweinehund überwältigen. Sie schieben dann gesundheitliche Gründe vor, um das regelmäßige Pensum ausfallen zu lassen: Die Erkältungsgefahr durch die Witterung, die Verletzungsgefahr durch eine unterkühlte Muskulatur, die Erfrierungsgefahr durch den kalten Wind. "Alles falsch", hält Harald Sedlmayr dagegen.

Der Diplom-Sportlehrer bei der AOK Hessen erklärt: ,"Aus medizinischer Sicht ist selbst gegen Joggen bei -10 °C nichts einzuwenden - vorausgesetzt, man leidet weder an Asthma noch an koronaren Herzerkrankungen." Allerdings sei es ratsam, die winterliche Witterung nicht einfach zu ignorieren, sondern bewusst mit ihr umzugehen.

Tipp 1: Training anpassen
Wichtig: Weil bei Schnee und Matsch die Sturzgefahr größer ist, sollte man im Winter eher auf Ausdauer als auf Schnelligkeit trainieren und auf knackige Sprints lieber verzichten. Vor dem Laufen empfiehlt sich ein leichtes Dehnungsprogramm, um Muskeln und Sehen geschmeidiger zu machen. Besonders die Achillessehne dankt es und ist weniger verletzungsanfällig.

Tipp 2: Kleiden nach dem Zwiebelprinzip
Erfahrene Läufer wissen, dass man bei der Kleidung viel verkehrt machen kann. Baumwoll-T-Shirts z.B. saugen den Schweiß auf und bleiben nass. "Das sind ideale Bedingungen für eine Erkältung", sagt Sedlmayr. Er rät zum Zwiebelprinzip: lieber mehrere dünne Schichten übereinander, beginnend mit atmungsaktiver Unterwäsche aus Funktionsfasern. Wichtig hierbei ist jedoch, nicht zu viel zu tragen. Wer in den ersten Minuten des Trainings noch ein wenig friert, ist richtig angezogen. Und auch, wenn es vielleicht nicht "cool" aussieht: Auf Mütze und Handschuhe sollten Winterläufer auf keinen Fall verzichten. Denn über Kopf und Hände geht am meisten der wertvollen Körperwärme verloren.

Tipp 3: Ausreichend Trinken - auch im Winter
Harald Sedlmayr: "Auch bei kalten Temperaturen schwitzt unser Körper, um sich während der sportlichen Aktivität abzukühlen. Deshalb heißt es auch im Winter: Unbedingt ausreichend Trinken, um starkem Flüssigkeitsverlust vorzubeugen! Besonders geeignet sind - wie auch im Sommer - Mineralwasser und ungesüßte Fruchtschorlen."

Tipp 4: Alternativen ausprobieren
Wer sich gar nicht überwinden kann, darf, so der Experte, auch ruhig Alternativen ausprobieren: "Warum nicht mal die Muskulatur im Schwimmbecken kräftigen oder die Ausdauer auf einem Laufband trainieren. Erlaubt ist, was Spaß macht." Denn in jedem Fall ist Aktivität besser als Passivität. Auch und gerade im Winter.



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