Wenn das Herz bricht
Ärzten ist seit Jahrhunderten bekannt, dass emotionale Schocks Herzanfälle auslösen und sogar zum plötzlichen Tod führen können. Doch beim "Gebrochenes-Herz-Syndrom" handelt es sich um ein anderes Phänomen.
In Deutschland erkranken nicht selten Menschen an dem sogenannten Tako-Tsubo, einer durch Stresshormone ausgelösten schweren Funktionsstörung des Herzens.
Während der Ausdruck "gebrochenes Herz" häufig mit der psychischen Qual beim Ende einer Beziehung (Liebeskummer) verbunden wird, meint die medizinische Diagnose "Gebrochenes-Herz-Syndrom" eine seltene, lebensbedrohliche Herzerkrankung. Sie kann durch extreme emotionale Ereignisse ausgelöst werden. Das kann der plötzliche Tod eines Angehörigen sein, ein Unfall oder heftige Partnerschaftskonflikte. Dadurch werden im Körper massiv Stresshormone freigesetzt. Deren Konzentration im Blut kann dabei bis zum Sechsfachen des Normalwertes ansteigen.
Herzkranzgefäße beim Tako-Tsubo meist unauffällig
Insbesondere bei älteren Frauen kann dann die Belastung für das Herz zu groß werden. Es kommt zu heftigen Brustschmerzen wie bei einem Herzinfarkt. Selbst für Ärzte ist es nicht einfach, beide Erkrankungen voneinander zu unterscheiden. Dabei kommt es beim Tako-Tsubo - anders als beim Herzinfarkt - nicht zum massiven Untergang von Herzmuskelzellen. Die Herzkranzgefäße sind meist unauffällig und das Herz kann sich wieder vollständig erholen.
Dennoch wird die Diagnose oft erst bei der Herzkatheteruntersuchung gestellt. Dort können die Ärzte die für die Erkrankung typische Verkrampfung des Herzmuskels erkennen. Die linke Herzkammer nimmt die Form eines Kruges mit kurzem Hals an, ähnlich einer in Japan verwendeten Tintenfischfalle mit der Bezeichnung Tako-Tsubo, daher kommt der Name der Erkrankung.
Studie macht Unterscheidung vom Herzinfarkt leichter
An der Lübecker Klinik wurde die Stress-Kardiomyopathie, wie Mediziner die Erkrankung nennen, in den letzten sechseinhalb Jahren bei 29 Frauen und vier Männern diagnostiziert. Die Patienten waren zwischen 68 und 80 Jahre alt und hatten einen schweren Psycho-Schock erlitten. In der Studie wurden die Herzstromkurven der Probanden ausgewertet. Man stieß dabei auf Veränderungen, die eine Unterscheidung vom Herzinfarkt erleichtern.
fzm / ms
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