Gönnen Sie Ihren Nägeln eine Pause von Lack und Steinchen

Gönnen Sie Ihren Nägeln eine Pause von Lack und Steinchen

Foto: Pixelio

Modellieren, bemalen, mit Strass-Steinchen verzieren oder künstliche Nägel aufkleben - Nagelstudios machen fast alles möglich. Doch was für gesunde Fingernägel in Maßen unbedenklich ist, ist nicht geeignet, um Verfärbungen oder Verdickungen zu kaschieren.

Ab und an ein Nagelstyling ist für gesunde Nägel kein Problem. Allerdings ist es wichtig, dazwischen immer wieder auf eine längere "Erholungspause" zu achten, rät die Berliner Hautärztin Dr. Gertraud Kremer. Denn fehlt der Kontakt mit Luft, wird das Nagelorgan geschwächt. Durch die Bearbeitung der Nageloberfläche steigt die Gefahr für Infektionen. Die verwendeten Klebstoffe können das Hornmaterial aufweichen.

Um Nagelprobleme zu "verstecken", ist ein solches Styling ungeeignet, betont Kremer. Auffälligkeiten der Nägel oder des Nagelbetts gehören in die Hand des Dermatologen, der diese fachgerecht behandelt. Denn Verfärbungen und Verdickungen der Nagelplatte können beispielsweise auf eine Pilzinfektion hinweisen.

5 Experten-Tipps für natürlich schöne Nägel

  • Bei Mani- und Pediküre vorsichtig arbeiten: Feilen ist schonender als Schneiden. Verletzungen am Nagelwall und an der Wachstumszone sind irreparabel und können zu anhaltenden Schädigungen des Nagels führen.
     
  • Schmutzige Fingernägel, z.B. nach Gartenarbeit, mit einer weichen Bürste reinigen.
     
  • Weiche Fingernägel schützt ein kalziumhaltiger Lack.
     
  • Nagel und Nagelbett regelmäßig eincremen, damit das Nagelhäutchen geschmeidig bleibt. Nagelhäutchen nicht abschneiden, sondern nur sanft zurückschieben.
     
  • Häufigen direkten Kontakt mit Wasser, Reinigungsmitteln und anderen Chemikalien vermeiden. Bei Feuchtarbeiten Handschuhe tragen.
      

Für Beschäftigte im Lebensmittelbereich oder in pflegenden und medizinischen Berufen, die auf eine verstärkte Händehygiene achten müssen, sind künstliche Nägel und Nagelschmuck ungeeignet. Denn man kann nicht ausschließen, dass die verwendeten Materialien mit Desinfektionsmitteln reagieren.

Die zur Befestigung künstlicher Nägel häufig verwendeten Acrylate oder Methacrylate können außerdem Kontaktallergien auslösen, warnt Professor Dr. Thomas Fuchs, Allergologe und Dermatologe an der Universitätsmedizin Göttingen. An den Fingerspitzen bilden sich dann kleine Bläschen, die heftig jucken können.

Gefährdet sind vor allem die Mitarbeiter in Nagelstudios selbst. Die Dämpfe, die bei der Aushärtung von Methacrylaten entstehen, können nicht nur zu allergischen Reaktionen an den Händen, sondern auch an den ganzen Armen und im Gesicht führen. Kribbeln und Taubheitsgefühle können auftreten und - in seltenen Fällen - monatelang anhalten.

Fuchs empfiehlt, bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit unbedingt einen allergologisch versierten Facharzt aufzusuchen. Kann eine Allergie bestätigt werden, müssen die Auslöser gemieden werden. Dann gilt: Gepflegte Natur ist aus dermatologischer Sicht eine empfehlenswerte Alternative zu Nagelkunst.



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