An Tankstellen kein Alkohol für Jugendliche mehr

An Tankstellen kein Alkohol für Jugendliche mehr

Foto: Archiv

Immer mehr Jugendliche in Deutschland saufen sich regelmäßig bewusstlos. Jetzt sollen sie an deutschen Tankstellen künftig keinen Schnaps mehr kaufen können. Bier und Wein soll wie vorgeschrieben bis 16 Jahre tabu sein.

Ob in Discos, Kneipen, Supermärkten, Tankstellen oder Kiosken - vielfach kommen Minderjährige nach wie vor viel zu leicht an Alkoholika heran. Die Verantwortung von Schule, Eltern und Gesellschaft ist nicht alles: Auch die schnelle, auch nächtliche Verfügbarkeit von Alkohol verführt viele junge Gelegenheitstrinker. "Das kann man messen", sagt Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen.

Jugendliche sollen an Tankstellen in Deutschland künftig keinen Schnaps mehr kaufen können. Bier und Wein soll wie vorgeschrieben bis 16 Jahre tabu sein. Die Verbände der Tankstellen und der Mineralölwirtschaft sagten am Donnerstag in Berlin eine bessere Einhaltung des Jugendschutzes zu. So sollten die Ausweise der Käufer bis zu einem geschätzten Alter von 25 Jahren kontrolliert werden.

Schärfere Kontrollen vereinbart
Künftig sollen die Kassen das Personal warnen, wenn Alkohol oder Zigaretten über den Ladentisch gehen sollen. Bis Ende 2009 soll dies bereits an jeder dritten Tankstelle geschehen. Die Mitarbeiter sollten besser geschult werden. Die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD) sagte dem Sender MDR Info, man habe sich auf schärfere Kontrollen verständigt. Bei konsequenter Umsetzung sei ein nächtliches Verkaufsverbot nicht nötig.

Zuletzt wurden jährlich mehr als 23.000 Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt - so viele wie nie zuvor. Risiken wie Entwicklungsstörungen, Krankheit oder Sucht scheinen weit weg, wenn die Flasche mit Wodka und Limo vor der Disco zum "Vorglühen" in der Runde kreist.



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