Harnweginfekte einfach wegspülen

Harnweginfekte einfach wegspülen

Foto: ÄP-Archiv

Unkomplizierte Nieren- und Blasenbeschwerden können Sie oftmals selbst behandeln. Die oberste Devise lautet: Trinken, trinken, trinken – idealerweise einen speziellen Heilkräutertee, der die Harnwege gut durchspült und Bakterien ausschwemmt.

Infektionen der Harnwege und der Blase kommen bei Frauen besonders häufig vor. Das liegt in der speziellen weiblichen Anatomie begründet. Bei Frauen ist die Harnröhre kurz und stellt für Bakterien, die von Scheide oder After an die Harnröhrenmündung verschleppt werden, keine ausreichende Barriere dar. Das ist Fakt - und damit muss frau leben.

Wenn es Sie wieder einmal erwischt hat und Sie bereits das verräterische Brennen beim Wasserlassen spüren, ist schnelles Handeln angesagt. Halten Sie Ihren Körper warm und - besonders wichtig - trinken sie mindestens 1,5 Liter täglich.

Empfehlenswert: Tee-Mischungen verschiedener Heilpflanzen mit harntreibender Wirkung

Zur Tee-Behandlung von Infektionen und Entzündungen der Blase und Niere eignen sich Heilkräuter, welche die Harnausscheidung anregen und dadurch die Harnwege durchspülen. Dies sind vor allem die Brennnessel, die Birke, der Javatee (Orthosiphon), die Goldrute und die Hauhechel, aber auch Petersilienwurzel, Schachtelhalm und Wacholderbeeren. Die Bärentraube, die wegen ihrer keimhemmenden Wirkung ebenfalls eine wichtige Heilpflanze für Blase und Niere ist, eignet sich weniger gut für die Tee-Therapie. Sie kommt eher in pflanzlichen Medikamenten vor.

Empfehlenswert sind Tee-Mischungen, die verschiedene Heilpflanzen mit harntreibender Wirkung enthalten, etwa aus Birkenblättern, Orthosiphonblättern, Riesengoldrutenkraut und Hauhechelwurzel.

Probieren Sie doch einmal diese beiden Teemischungen aus, die nicht nur wirken, sondern auch noch gut schmecken:

  • Teemischung A: Petersilienwurzel, Schachtelhalm und Thymiankraut (für den guten Geschmack) zu gleichen Teilen mischen lassen (zusammen 100 Gramm).
  • Teemischung B: Wacholderbeeren, Hauhechelwurzel und Süßholzwurzel (für den guten Geschmack) zu gleichen Teilen mischen lassen (zusammen 100 Gramm).

Von Teemischung A überbrühen Sie zwei Teelöffel mit 150 ml heißem Wasser, lassen alles 10 bis 15 Minuten ziehen und seihen dann ab. Trinken Sie mehrmals täglich 1 bis 2 Tassen des warmen Tees. Der Tee ist auch für Kinder (bei Kleinkindern die halbe Dosis verwenden) und Senioren geeignet.

Bei Teemischung B setzen Sie zwei Teelöffel mit 150 ml kaltem Wasser an. Kochen Sie den Tee auf, lassen ihn 15 Minuten ziehen und seihen Sie dann ab. Trinken Sie mehrmals täglich ein Tasse für maximal eine Woche.

Achtung – zum Arzt sollte man, wenn der Harnwegsinfekt mit hohem Fieber oder anderen Komplikationen einhergeht. Für Patienten mit eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit ist die Durchspülungstherapie überhaupt nicht geeignet.

csch / Quelle: Prof.Dr.Volker Fintelmann, Praktische Tee-Therapie

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