Haben Sie eine Wunschliste fürs Bett?

Haben Sie eine Wunschliste fürs Bett?

Die Unzufriedenheit beim Sex belegt den Spitzenplatz in der Partnerschafts-Problemstatistik. Dazu wurde im Projekt Theratalk am Institut für Psychologie, Universität Göttingen, eine Studie durchgeführt. Das traurige Ergebnis ...

Von mehr als 51 000 teilnehmenden Männern und Frauen sind 49 Prozent in diesem wichtigen Bereich nicht zufrieden.

Tatsache ist: Sexuelle Probleme sind kein Problem des Einzelnen sondern der Partnerschaft. Und der Anteil der Partnerschaften, in denen mindestens ein Partner über Probleme mit dem Sex berichtet, liegt mit etwa 65 Prozent sogar deutlich über der Hälfte.

Fremdgehen ist keine therapeutische Lösung 

Besonders problematisch ist dabei, dass Sex zu den exklusiven Bereichen der Partnerschaft zählt: Wer mit seinem Partner beispielsweise ein Hobby nicht teilt, kann das ausgleichen, indem er es mit seinen Freunden ausübt. Wer aber mit dem Sex in der Partnerschaft unzufrieden ist oder wem er ganz fehlt, der sollte besser nicht auf die Idee kommen Sex außerhalb der Partnerschaft zu suchen, denn damit würde die Treue gebrochen.

Therapeutische Konzepte gibt es im sexuellen Bereich hauptsächlich für die sogenannten sexuellen Funktionsstörungen wie beispielsweise Erektionsstörungen oder Vaginismus. Aber selbst wenn therapeutische Konzepte für die Behandlung sexueller Unzufriedenheit viel weiter verbreitet wären, würden sie wahrscheinlich nur von einem kleinen Teil der betroffenen Paare genutzt. Denn dem Weg zum Therapeuten steht eine sehr hohe Schamgrenze entgegen, so dass nur die wenigsten Paare mit sexuellen Problemen einen Therapeuten aufsuchen. Und wer die Schamgrenze überwindet, steht vor dem nächsten Problem: Durch eine Therapie entstehen hohe Kosten, die nur im Fall "anerkannter sexueller Funktionsstörungen" von den Krankenkassen übernommen werden können. Therapie ist somit auch aus finanziellen Gründen ein hochschwelliges Angebot - ein Privileg für die Wenigen, die es sich leisten können.

Ob Partner sexuell zufrieden sind, lässt sich hauptsächlich dadurch erklären, inwieweit ihre individuellen sexuellen Wünsche erfüllt sind. Anders als in der Öffentlichkeit, wo sexuelle Themen durch Medien und Werbung allgegenwärtig sind, wird in Partnerschaften über kaum etwas anderes so viel geschwiegen wie über die eigenen sexuellen Wünsche. Hier liegt die Schamgrenze so hoch, dass der immer wieder gern gegebene Tipp, über sexuelle Wünsche zu reden, regelmäßig auf taube Ohren stößt. Die Furcht, vom Partner aufgrund der eigenen sexuellen Wünsche abgelehnt oder für abnormal gehalten zu werden, ist und bleibt groß. Daran ändert auch ein guter Rat nichts. In praktisch jeder Partnerschaft schlummern aber ungenutzte Reserven zur Verbesserung der sexuellen Zufriedenheit. Die Frage ist aber, wie es Partnern leichter gemacht werden könnte, die Schamgrenze zu überwinden, die sie daran hindert, gegenseitig ihre sexuellen Wünsche kennenzulernen.

Zu diesem Zweck wurde im Projekt Theratalk am Institut für Psychologie der Universität Göttingen ein besonders niederschwelliges Verfahren in Form eines Ressourcen-Aktivierungs-Moduls entwickelt, das im Internet wie ein Partnerschaftstest ausgefüllt wird. Bei dem Modul "Sexuelle Wünsche" werden beide Partner getrennt nach ihren sexuellen Wünschen befragt. Die Angaben werden dann zu einer Rückmeldung zusammengeführt, die für jeden Partner lediglich diejenigen sexuellen Wünsche des anderen umfasst, die er selbst gern erfüllen würde. So braucht keiner der Partner Angst zu haben, sexuelle Wünsche preiszugeben, die vom anderen möglicherweise abgelehnt werden könnten. Es entsteht für jeden eine Sex-Wunschliste, bei der die Partner sicher sein können, dass auf diese "Geschenke" sehnsüchtig gewartet wird.

Individuelle Wünsche bleiben online anonym

Die Durchführung des Moduls ist ausgesprochen niederschwellig, denn sie erfolgt anonym und ohne Therapeutenkontakt, benötigt wenig Zeit, ist kostengünstig und überall möglich, wo ein Zugang zum Internet vorhanden ist. Die Wirksamkeit dieses Verfahrens ist wissenschaftlich belegt - sowohl zur Steigerung der sexuellen Zufriedenheit als auch zur Anregung von Gesprächen über die eigenen sexuellen Wünsche.

Tipp: Mehr Infos dazu im Internet unter www.theratalk.de

ms/pr



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