Vier Stunden gereist – doppeltes Thromboserisiko
Ob mit Flugzeug, Auto, Bus oder Zug – wie hoch die Gefahr für venöse Thrombosen nach Reisen sind, haben Wissenschaftler vom Leiden University Medical Center errechnet.
In einer Studie verglichen Dr. Suzanne Cannegieter und Kollegen die Daten von 1 906 Patienten, die eine Thrombose erlitten hatten, mit denen ihrer venengesunden Lebensgefährten.
Dabei kam heraus, dass 233 der Thrombose-Patienten acht Wochen vor dem Ereignis mehr als vier Stunden lang gereist waren. Obwohl das Gesamtrisiko für eine Thrombose immer noch niedrig war, zeigte sich, dass Reisen im Allgemeinen die Gefahr für die Erkrankung verdoppelte. Am höchsten erwies sich die Gefahr innerhalb der ersten Woche nach der Reise. Das Gesamtrisiko für die venöse Erkrankung war für das Fliegen oder für das Reisen mit Bus, Auto oder Zug im Wesentlichen gleich hoch.
Bestimmte Personengruppen mehr gefährdet
Des Weiteren fanden die niederländischen Forscher heraus, dass bestimmte Personengruppen verstärkt dazu neigen, eine venöse Thrombose zu erleiden. Patienten, die beispielsweise spezifische Mutationen in Genen aufweisen, die bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle spielen, hatten ein um den Faktor acht erhöhtes Thromboserisiko. Bei fettleibigen Patienten war die Erkrankungsgefahr beinahe ums Zehnfache, bei Personen über 1,90 m ums Vierfache und bei Frauen, die orale Verhütungsmittel einnehmen, sogar ums 20-fache gesteigert.
Wurde mit dem Flugzeug gereist, fielen die Risiken bei diesen Personengruppen besonders deutlich auf. Da die Personenzahlen pro genannter Gruppe klein waren, sollten die Ergebnisse aber mit Vorsicht interpretiert werden, geben die Forscher zu bedenken.
Personen mit erhöhtem Risiko für eine venöse Thrombose wie Frauen, die die „Pille“ nehmen, und Patienten mit genetisch bedingter Gefährdung raten Cannegieter und Kollegen, mithilfe sportlicher Übungen der Erkrankung vorzubeugen. Die Forscher betonen, dass ihre Studienergebnisse ausschließlich auf Patienten unter 70 Jahre abzielen. Ferner sei es sehr wahrscheinlich, dass noch weitere Faktoren das Thromboserisiko steigern.
jj
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